Tanganjika Aquarium einrichten – Teil 1

540 Liter für Tropheus Moorii

Auf dieser Seite möchte ich euch gerne mein Tanganjika-Aquarium vorstellen. Ich fange mit den ersten Überlegungen an und berichte dann Schritt für Schritt den weiteren Aufbau, die Technik und alles andere was hierfür notwendig war bzw. ist. Bereits vor ca. 15 Jahren hatte ich schon mal eine Gruppe von Tropheus Duboisi Maswa schwimmen.

Doch leider musste ich diese Truppe aufgrund räumlicher Veränderung aufgeben und hatte seit dem auch kein Aquarium mehr. Doch Anfang 2015  hat sich wieder die Möglichkeit ergeben ein entsprechendes Aquarium aufzustellen und so ist die (eigentlich nie) erloschene Flamme der Aquaristik wieder entfacht worden.

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Die ersten Überlegungen und Vorbereitungen

Wie ja bereits in der Überschrift zu lesen, habe ich mich für ein 540-Liter Aquarium entschieden. Dieses hat die Maße 150 x 60 x 60 cm. Das Aquarium für Tropheus wurde in der Wohnung als Raumteiler in unserem Wohnzimmer/Büro aufgestellt. Aufgrund meiner bereits vor ca. 15 Jahren gemachten, guten Erfahrung mit einem Filterbecken und vorgeschalteten Rieselschacht, sollte auch dieses Aquarium wieder so aufgebaut werden. Für einen Raumteiler hatte diese Entscheidung auch den netten Vorteil, das der Schwimmraum und die Optik durch den Rieselschacht wirklich nur minimal gestört wird. Der Auslauf zurück ins Aquarium wird innerhalb des Schachtes geführt. Somit sind auch keine Schläuche oder Verrohrungen zu sehen.

Der Unterbau

Als nächstes ging es daran, den passenden Unterbau bzw. den Unterschrank zu planen. Da ich bei uns in der Firma die Möglichkeit habe Stahl zu bestellen und zu zuschneiden wurde dies natürlich genutzt. Dadurch, das unser Werkstattmeister gut schweißen kann, war die Entscheidung schnell gefallen und ein entsprechendes Untergestell aus Vierkant-Profilen mit den Maßen 30x30x2 mm gefertigt. Das ganze dann noch grundieren und schwarz anstreichen und schon war das Untergestell für insgesamt ca. 60 Euro fertig!

Während die Lackierung trocknete, habe ich dann noch die entsprechenden Holzplatten aus mehrfachverleimten Sperholzplatten zurecht geschnitten, so das jeweils unter dem Gestell und dem Aquariumneine Platte mit passenden Styroporunterlagen gelegt werden kann. Für das Filterbecken wurde ebenfalls noch eine Platte zugeschnitten, die innerhalb des Gestells eingelegt wurde.

Nahaufnahme Tropheus Mpulungu

Technik für das Aquarium

Natürlich wird noch einiges an Technik für das Aquarium benötigt. Je nachdem, wie hoch der Anspruch der Tiere ist die man pflegen möchte, wird auch eine entsprechende Mindestausstattung an Technik für das Aquarium benötigt. Bei Meerwasseraquarien zum Beispiel, muss im Gegensatz zu Süßwasseraquarien generell ein höherer technischer Aufwand betrieben werden, um die Verhältnisse im Aquarium soweit aufzubereiten, das sich die Bewohner dort auch wohlfühlen.

Aber auch im Süßwasserbereich kann einiges an Technik notwendig sein. Abhängig von den natürlichen Verhältnissen der Fische und dem Ausgangswasser bei sich zu Hause, kann es durchaus sinnvoll – ja sogar notwendig sein, das Wasser auch für Süßwasserfische entsprechend aufzubereiten. Doch dazu später mehr. Fangen wir erst einmal mit der Grundausstattung eines jeden Aquariums an.

Aquarienheizung

Da wäre zum einen die Heizung. Hier wird der 300-Watt Heizstab A774 E Heizer von Fluval seinen Dienst verrichten. Durch die direkte Temperaturanzeige am Heizstab kann die richtige Temperatur gleich eingestellt werden. Praktisch ist es auch, das die Anzeige eine Temperatursenkung aber auch einen Temperaturanstieg  des Aquarienwassers anzeigt. Dies kann zum Beispiel geschehen, wenn ein elektrisches Gerät im Aquarium zuviel Wärme abgibt. Je nachdem, ob die Temperatur ansteigt oder sinkt, färbt sich das Display dann rot oder blau, während es bei erreichen der eingestellten Temperatur dauerhaft grün leuchtet. Somit reicht schon ein kurzer Blick um den Zustand zu erkennen und ggfs. schnell eingreifen zu können.

Filterung und Aufbau des Filterbeckens

Eines der wichtigsten Themen für Aquarianer. Die passende Filterung für ein Aquarium zu finden ist nicht immer leicht. Hier sollte man – sofern möglich – auf die Erfahrung von anderen Aquarianern zurückgreifen. Leider gibt es nicht mehr all zu viele Aquaristikvereine wo man sich regelmäßig austauschen kann. Wie in vielen anderen Bereichen auch, findet der Austausch viel im Internet statt. So habe ich mich auch in einschlägig bekannten Foren registriert und mich nach vielen Diskussionen schlussendlich für ein 5-Kammer Filtersystem in einem externen Filterbecken entschieden. Der technische Aufwand ist sicherlich ein wenig höher, doch das tatsächlich nutzbare Filtervolumen kann zur Zeit durch kein anderes Filtersystem bereitgestellt werden. Und da die Gattung Tropheus bekannt dafür ist bei entsprechend notwendiger Fütterung auch eine entsprechende Belastung des Aquarienwassers zu erzeugen, macht die Entscheidung entsprechend leichter.

Umbau des Filterbeckens

Als Filterbecken habe ich ein Standard 112-Liter Becken mit den Maßen 80x35x40 cm gewählt. Dieses habe ich für 18,- Euro gebraucht gekauft. Da es schon längere Zeit nicht in Betrieb war und ich einfach die „Gefahr“ von fremden Bakterienstämmen ausschließen wollte, habe ich dieses Becken desinfiziert und die inneren Silikonnähte komplett entfernt und mit neuem Silikon „großzügig“ neu verklebt. Anschließend wurden die Trennscheiben der einzelnen Kammern eingeklebt.

Bei der Größe der Trennscheiben wurde natürlich die maximal zurückfließende Menge von Wasser bei einem Stromausfall berücksichtigt. Somit hat das Filterbecken ein Netto-Filtervolumen von ca. 67 Liter und liegt damit jenseits der allgemein empfohlenen 10% des Beckenvolumens. Auch hier wieder ein paar Bilder zum gucken. Aber eines vorweg: Ich werde sicher kein Glaser oder Aquariumbauer! Auch nicht im zweiten Leben… 😉

Selbstverständlich wurde das Filterbecken nach dem aushärten des Silikon auf Dichtigkeit geprüft und für 2 Tage voll gefüllt stehen gelassen. Zum Glück wurde keine Undichtigkeit festgestellt!

Eines noch: Für Schönheit gibt es hier sicher keinen Preis. Mit Silikon zu arbeiten bedingt schon einer gewissen Erfahrung und vor allem Übung. Aber der Zweck des Filterbeckens für das Aquarium wird erfüllt und zum Glück steht der Filter später unten im Schrank!

Das passende Filtermaterial für ein Filterbecken

Das richtige Filtermaterial zu wählen ist mindestens genauso schwer, wie die Auswahl der späteren Bewohner. So hatte ich mir als Filtermaterial mittelporigen Schaumstoff ausgewählt. Dieser sollte in jeder einzelnen Kammer (ausser der Pumpenkammer natürlich) zum Einsatz kommen. Dazu habe ich mir bei eBay einfach eine passende Menge von diesem blauen Filterschaumstoffebayimage bestellt und auf die passende Größe zugeschnitten. Somit hatte ich 3 Kammern voll mit Filterschaum-Matten.

Wie sich nach einigen Wochen im Betrieb herausstellte, führte die kräftige Fütterung der Tropheus Mpulungu dazu, das die Filtermatten im unteren Bereich sich ziemlich schnell mit Mulm zusetzten. Einige Aquarianer sagen zwar, das diese Mulmablagerungen keine negative Auswirkung auf das Aquarienwasser haben, andere sagen aber wieder das Gegenteil.

Ich wollte da lieber auf Nummer sicher gehen. Daher habe ich jeweils bei einem Wasserwechsel die Filtermatten einer Filterkammer im lauwarmen Wasser ausgewaschen. Anschließend wurden die Matten in kleine Würfel geschnitten um sie dann wieder zurück in die Filterkammer zu verfrachten. Dabei sollte darauf geachtet werden, das die Würfel nicht „gepresst“ werden. Also nur locker hineindrücken bis die gesamte Kammer gefüllt ist.

Ob dies letztendlich die Beste vorgehensweise ist, wird sich noch zeigen. Die Würfel haben jedoch den Vorteil, dass das anströmende Wasser auf vielseitige Art verwirbelt wird und sich so kaum bis gar keine Mulmablagerungen ausbilden können. Ebenso wird die maximale besiedelbare Fläche für die Bakterien ein wenig vergrößert. Sicherlich auch nicht verkehrt. Der Filter läuft nun seit einiger Zeit ohne Probleme. Bisher konnte ich auch noch keine weiteren Mulmablagerungen im Filter feststellen.

Welche Pumpe für ein Filterbecken?

Einer der Nachteile eines Filterbeckens ist, das eine Leistungsstarke Filterpumpe benötigt wird um das Wasser zurück in das Aquarium zu befördern. In meinem Fall hier wurde das Aquarium als Raumteiler geplant und sollte dementsprechend an der Rückwand der Couch stehen. Damit man von der Couch aus auch noch hineinschauen konnte war eine Höhe des Unterbaus von ca. 80cm notwendig. Hinzu kommt dann noch die eigene Höhe des Aquariums von 60 cm hinzu. Somit muss die Pumpe das Wasser fast 1,40m hochpumpen können.

Wie du vielleicht schon weißt, sollte der Aquarienfilter eine zum Aquarium passende Leistung haben. Warum das so ist, versuche ich mal in einfachen Worten zu erläutern.

Zum einen sollte der Inhalt des Aquariums nicht zu stark umgewälzt werden. Die Bakterien im Filter benötigen eine entsprechende Verweildauer des Wassers am Filtermedium um die Schadstoffe wie z. B. Ammonium oder Nitrit umwandeln zu können. Auf der anderen Seite ist aber auch eine zu geringe Umwälzung des Inhalts nicht ratsam. Werden die Bakterien nicht mit genügend Nährstoffe bzw. Schadstoffe „versorgt“, sterben sie ab und die Wasserqualität kann sehr schnell darunter leiden. In der Praxis hat sich eine Umwälzung vom ca. 2 – 3-fachen des Aquarieninhalts bewährt. In meinem Fall bedeutet das also, das eine Pumpenleistung von mindestens 1000 – 1500 L/h benötigt wird.

Auf meiner Suche nach der passenden Kreiselpumpe für das Filterbecken bin ich von einem Mittelwert von ca 1200 L/h ausgegangen. Allerdings muss auch die Druckhöhe von ca. 1,20 m berücksichtigt werden. Schließlich sollen auch mindestens 1200 „echte“ Liter pro Stunde oben ins Aquarium fließen! Leider geben die Hersteller sämtlicher Pumpen meistens nur die maximale Förderleistung an. Das ist die Leistung, welche die Pumpe ohne jegliche Schlauchverbindung, Bögen oder sonstige verbaute Formteile schafft.

Zuerst habe ich einer AquaBee UP2000 die Chance gegeben als Filterpumpe zu fungieren. Die Leistung wird vom Hersteller mit 2000 Liter pro Stunde und eine Förderhöhe von 1,60 Meter angegeben. Das hörte sich für meine Anforderungen genau passend an und die Pumpe wurde bestellt. Doch die Ernüchterung trat genauso schnell ein, wie die Pumpe geliefert wurde.

Filterpumpe für Aquarium Kammerfilter
Die Rückförderpumpe für den Betrieb im Bio-Filterbecken.

Nach Inbetriebnahme der Pumpe kam leider nur ein ziemlich „dünner“ Wasserstrahl im Aquarium an. Eine provisorische Messung per Litermaß und Stoppuhr hat ergeben, das lediglich ca. 450 Liter pro Stunde am Rücklauf im Aquarium ankam. Dabei waren lediglich eine Steigleitung von ca. 1,20 Meter und ein Rohrbogen von 90 Grad verbaut worden.

So wurde beschlossen die AquaBee Pumpe als Reserve zu behalten und gegen eine Tunze 1073.020 zu tauschen. Die Tunze brachte dann auch mit einer Leistung von 2400 Liter pro Stunde bei einer max. Druckhöhe von 2,0 Meter die gewünschte Leistung um das Aquarium optimal zu filtern. Einziger Wermutstropfen: Die Tunze verbraucht ca. 30 Watt in der Stunde gegenüber der AquaBee mit „nur“ 18 Watt/h. Das durch die Mehrleistung auch mehr oben ankommt ist eigentlich relativ einleuchtend.

Tropheus Mpulungu im Aquarium

Strömung für die Tropheus – muss das sein?

Damit es den Tropheus Mpulungu’s auch gut geht, ergab sich für mich die Frage, ob eine zusätzliche Strömungspumpe im Aquarium sein muss? Bietet sie den Tieren nur ein wenig Abwechslung oder gibt es noch weitere Vorteile? Die Antwort ist eigentlich relativ schnell beantwortet: Ja, gibt es! Manche Vorteile sind sogar gar nicht so unwichtig um ein Tropheusaquarium erfolgreich zu betreiben. Ich zähle dir die drei wichtigsten Vorteile einfach mal kurz auf:

  1. Naturnahe Verhältnisse
    Mit einer zusätzlichen Strömungspumpe bekommt man die Möglichkeit die Strömungsverhältnisse im Tanganjikasee nachzubilden. Das bedeutet nun nicht, das die Tropheus wie im Schleudergang einer Waschmaschine herumgewirbelt werden sollten. Ziel sollte es sein eine möglichst weiche Strömung zu schaffen. Das hält die Gruppe fit und agil.
  2. Mehr Oberflächenbewegung
    Über die Filterpumpe wird die Oberfläche bereits relativ gut bewegt. Wenn eine zusätzliche Strömungspumpe ebenfalls zur Wasseroberfläche hin ausgerichtet wird, erhöht sich die Eintragung von Sauerstoff noch einmal um ein vielfaches. Das dient nicht nur den Fischen für ein gesünderes Klima, sondern treibt auch CO2 aus, was wiederum zur Folge hat, das der PH-Wert steigen wird. Und wie du sicherlich bereits weißt, ist ein PH-Wert von über 8 immer erstrebenswert wenn es um die Hälterung von Tropheus geht.
  3. Strömungspumpe mit Schnellfilterfunktion
    Je nachdem, ob der produzierte „Dreck“ der Bewohner auch im Aquariumfilter ankommt, kann es notwendig sein einen Schnellfilter zu installieren. Da liegt es nahe, das dies gleichzeitig mit der Strömungspumpe kombiniert wird. Hierfür kommen dann häufig sogenannte Powerhead Pumpen mit Filterpatronen zum Einsatz. In den meisten Fällen erzeugen diese Pumpen jedoch einen sehr harten Strahl. Daher sollte darauf geachtet werden den Pumpenaustritt gegen die Wasseroberfläche zu richten oder gegen einen Stein um so die harte Strömung zu relativieren.

Falls du dich für eine Strömungspume oder einen Schnellfilter entscheidest, achte darauf das die Leistung ausreichend dimensioniert ist. Das Volumen des Aquariums sollte mindestens 4x pro Stunde umgewälzt werden. Ideale Pumpen bietet auch hier wieder die Firma Tunze z. B. mit der Nanostream Serie oder der E-Jet Serie an. Sicherlich nicht die günstigsten Geräte, aber Qualität hat nun mal seinen Preis. Erst recht wenn man bedenkt, das diese Geräte 24/7 in Betrieb sind.

Es werde Licht – Die Beleuchtung für das Tropheus Aquarium

Das Thema Licht wird immer wieder gerne und häufig in der Aquaristik-Szene diskutiert. Hier sind viele Faktoren wie Lichtfarbe, Helligkeit, Beleuchtungsdauer usw. immer wieder ein Thema. Meistens jedoch geht es dabei um Aquarien, welche recht stark bepflanzt sind.

Da haben wir es hier einfacher. Die meisten Tanganjika-Aquarien die ich kenne, sind in Bezug auf Pflanzen eher spärlich bepflanzt bis gar nicht vorhanden. Der Grund ist relativ einfach. Tropheus sind Pflanzen- bzw. Aufwuchsfresser und lieben „Grünzeug“. In keinem meiner bisherigen Tropheus-Aquarien haben es Pflanzen bisher geschafft zu überleben. Somit ist der Anspruch an eine Pflanzengerechte Beleuchtung bei den geplanten Bewohnern auch nicht unbedingt vorhanden. Den Tropheus-Arten ist es eigentlich relativ egal, mit welcher Lichtfarbe und -dauer das Aquarium ausgeleuchtet wird.

Damit die Tiere jedoch auch gut zur Geltung kommen, ist es meistens der Aquarianer der die Ansprüche entsprechend in die Höhe treibt. Wer möchte nicht gerne die brillanten Farben der Tiere sehen? Da unser Aquarium in unserem Lichtdurchfluteten Wohnzimmer steht, habe ich mich für den Anfang erst einmal für eine einfache und günstige LED-Leuchte entschieden. Diese hat die Lichtfarbe Warmweiß und kommt dem normalen Tageslicht schon relativ nahe. Ob und wie sie sich bewährt wird sich zeigen müssen. Zur Not wird die Beleuchtung später einfach angepasst.

Einrichtung und Dekoration – worauf sollte man achten?

Kommen wir zur Einrichtung des Aquariums. Grundsätzlich ist ja ein Biotop-Aquarium aus dem Bereich Tanganjikasee eher spärlich eingerichtet. Bodengrund und Steine reichen hier in der Regel bereits aus. Dennoch gibt es einige Punkte die beachtet werden sollten.

Der richtige Bodengrund – möglichst fein

Da das Aquarium ja für Tropheus eingerichtet werden soll, sollte der Bodengrund möglichst fein sein. Die Tropheus benötigen diesen feinen Bodengrund, da sie ihn immer wieder durchkauen. Besonders häufig wird dies nach der Fütterung zu beobachten sein. Untersuchungen haben auch immer wieder geringe Anteile von Bodengrund / Sediment in den Därmen von Tropheus nachgewiesen. Dies lässt darauf schließen, das die Tiere auf einen passenden Bodengrund für die Verdauung angewiesen sind.

Empfehlen kann ich feinen, gerundeten Kies bis zu einer Korngröße von 1 mm. Dieser ist häufig in den örtlichen Aquaristik Fachgeschäften zu finden. Viele Tropheus Halter nehmen auch einfachen Quarzsand, welcher in Baumärkten angeboten wird. Um den Bodenbereich möglichst naturnah zu gestalten ist sicherlich eine Mischung aus verschiedenen Korngrößen passend. Dies sollte dann vom Quarzsand bis zu 6-8 mm Durchmesser gehen. Wobei der Anteil an größeren Körnern nicht zu groß sein sollte.

Ich habe mich für dieses Aquarium für einen feinen Kies bis 1mm Korngröße entschieden. So können die Kotreste durch die Strömung zum Filter befördert werden und die Tiere haben noch eine Körnung welche klein genug ist damit diese von ihnen durchgekaut werden kann.

Steine für das Tropheus Aquarium

Zwei Kasanga Männchen in Drohgebärde
Tropheus Red Rainbow Kasanga in Drohgebärde

Steine sind meiner Meinung nach das wichtigste Dekorationsmittel für ein Tropheus Aquarium. Die Anzahl und die Größe der Steine sollte hier ausgewogen sein, damit neben Versteckmöglichkeiten auch Reviere der Ranghöchsten Männchen klar abgegrenzt werden können.

Dabei gehen die Meinung der vielen Tropheus Halter hier jedoch schnell auseinander. Welche Art von Steinen du einbringst spielt eigentlich eine untergeordnete Rolle. Wichtig ist jedoch, das die Steine keine scharfen Kanten haben. Dadurch können sich die Tiere bei den schnellen Schwimmaktionen nicht so leicht verletzen. Steine aus der Natur sind hier bestens geeignet. Aber auch im Baumarkt oder Baustoffhandel kannst du fündig werden und dekorative Steine für dein Aquarium finden.

Steinaufbauten – Meinungen und Möglichkeiten

Die einen schwören bei einem Tropheusaquarium auf die 3-Stein-Lösung. Das bedeutet, das Links, Rechts und in der Mitte jeweils ein großer Stein eingebracht wird. Dadurch werden die entstandenen Freiflächen als klare Revierabgrenzungen von den Tieren angesehen. Die Ranghöchsten Männchen verteidigen dann „ihr“ Revier um den Stein herum und versuchen laichbereite Weibchen in ihr Revier zu locken. Ein Vorteil ist hier, das man eine komplette Einsicht in alle Bereiche des Aquariums hat und die Tiere so perfekt beobachten kann.

Eine andere Fraktion der Tropheus Halter setzt auf eine optisch vielleicht ansprechendere Lösung. Dazu werden Steine in verschiedenen Größen verwendet um die Optik von entsprechenden Uferabschnitten des Tanganjikasee nachzuahmen. Die hierdurch entstandenen Höhlen und Verstecke sind für den Nachwuchs und evtl. unterdrückte Tiere ideal.

Ein Nachteil soll aber hier auch nicht verschwiegen werden. Mit dieser Anordnung der Steine wird es ungleich schwieriger erkrankte oder womöglich sogar verendete Tiere zu lokalisieren. Ebenfalls ist darauf zu achten, das durch entsprechend platzierte Steine auch klare Reviere gebildet werden. So kann zum Beispiel ein großer Stein in der Mitte des Steinhaufens als „Sichtschutz“ eingebracht werden, damit die balzenden Männchen nicht gleich von anderen Tieren gestört werden.

Zu guter letzt möchte ich noch darauf hinweisen, das es auch von den eingesetzten Tieren abhängig sein kann, welche Art der Steinaufbauten die Bessere ist. Dabei kann man dies noch nicht einmal auf verschiedene Tropheusarten festmachen. Erfahrungen von unterschiedlichen Tropheushaltern zeigen, das ein mit Steinen voll eingerichtetes Aquarium bei der einen Art sehr gut funktioniert, bei einer anderen Truppe der gleichen Art jedoch nicht!

Hier gilt es, besonders in den ersten Tagen und Wochen aufmerksam zu beobachten und gegebenenfalls regulierend einzugreifen.  Jedoch sollte den Tieren auch eine gewisse Zeit gegeben werden um sich im neuen Aquarium einzuleben – d. h. nicht gleich nach 2-3 Tagen die Dekoration umbauen! Dadurch wird es für die Tiere nur noch stressiger, da die Reviere wieder neu ausgekämpft werden. Geduld und aufmerksame Beobachtung ist hier besonders gefragt!

Ich habe mich für die Einrichtung des Raumteiler-Aquariums dazu entschieden, eine leicht abgewandelte 3-Stein-Lösung umzusetzen. Dazu habe ich ein paar Steine jeweils zu 3 kleineren Steinhaufen zusammengestellt.

Pflanzen im Tanganjika-Aquarium – geht das überhaupt?

Viele Aquarianer glauben, das ein Tanganjika-Aquarium nur aus dem Bodengrund und Steine bestehen kann. Einige wissen gar nicht, das auch im Tanganjikasee durchaus Pflanzen vorkommen. Sicherlich nicht so üppig und häufig wie in anderen Bereichen der Aquaristik. Aber so ganz ohne Pflanzen stimmt einfach nicht. Warum sich dieser Glaube an einem pflanzenlosen Aquarium so festhält, liegt meiner Meinung nach an zwei wesentlichen Faktoren.

Pflanzen in einem Tanganjika Aquarium mit Tropheus
Welche Pflanzen eignen sich für ein Tanganjika Aquarium?

Der erste Punkt ist, das in dem relativ hartem Wasser des Tanganjikasees nur wenige Pflanzen gedeihen. Mit einem PH-Wert von über 8 und einer Gesamthärte von ca. 11° DGH sowie einer Karbonathärte von über 15° KH sind es auch nicht gerade die besten Voraussetzungen für ein gesundes Pflanzenwachstum. Die meisten Pflanzen bevorzugen eine weichere Wasserqualität wie sie zum Beispiel im Amazonas-Gebiet vorkommen. Dennoch gibt es einige Pflanzen, welche mit den „Härteren Bedingungen“ durchaus klar kommen.

Der zweite Punkt, weshalb manche Tanganjika-Aquarianer auf Pflanzen verzichten, ist ganz einfach. Viele Cichliden aus dem Tanganjikasee sind Aufwuchsfresse. Sie bevorzugen somit die Rohkost die ihnen in Form von Algen z. B. auf den Steinen oder an der Aquarienrückwand geboten wird. Sofern beides (noch) nicht vorhanden ist, werden auch gerne vorhandene Pflanzen angeknabbert. Es ist leicht zu verstehen, das die Pflanzen dann nicht lange im Aquarium überleben, wenn zum Beispiel eine 20-Tiere starke Truppe von Tropheus über sie herfällt. Aber auch hier bestätigt die Ausnahme mal wieder die Regel. Es gibt durchaus Aquarianer, die erfolgreich Aufwuchsfresser aus dem Tanganjikasee in einem (mäßig) bepflanzten Aquarium halten.

Möchte man also Pflanzen in seinem Aquarium haben, gilt die Devise: Einfach ausprobieren. Ich habe mich dazu entschieden in dem Raumteiler einige Pflanzen der Cryptocoryne aponogetifolia – auch Hammerschlag genannt – einzusetzen sowie eine kleine Anubia, dessen genaue Bezeichnung mir im Moment nicht einfällt. Ob es funktioniert, wird sich zeigen müssen.

Die Rückwand im Aquarium

Eine Rückwand ist natürlich für einen Raumteiler nicht unbedingt sinnvoll. Darauf habe ich auch für dieses Aquarium komplett verzichtet. Dennoch möchte ich kurz auf die verschiedenen Varianten eingehen.

Rückwandfolie in verschiedenen Designs

Die wohl bekannteste Art einer Aquarium Rückwand ist die Folie. Hier gibt es verschiedene Motive passend zu den jeweiligen Biotopen bzw. Einrichtungsstilen des Aquariums. Rückwandfolien gibt es für Aquarien in verschieden Größen. Dabei ist hier die Höhe des Aquariums der ausschlaggebende Faktor worauf geachtet werden sollte. Die Länge wird in der Regel passend für das jeweilige Becken zugeschnitten.

Die Folie wird einfach an der Rückseite des Aquariums von aussen angebracht. Am einfachsten ist es die Rückseite sowie die Folie entsprechend anzufeuchten. Hierfür haben sich Sprühpistolen bestens bewährt. Anschließend die Folie anlegen und ausrichten. Mit einem flachen Schaber aus Kunststoff können dann die Lufteinschlüsse zu den Seiten heraus gestrichen werden. Ein Kuchenschaber aus der Küche hilft dabei ungemein. Aber auch eine Bankkarte führt zum gewünschten Ergebnis. Anschließend die überstehenden Seiten mit einem scharfen Cuttermesser oder einer Rasierklinge abschneiden – fertig!

3D-Rückwände verschiedener Hersteller

Besonders attraktiv sind verschiedene 3D-Rückwände einiger Hersteller. Hier hat man ebenfalls die Qual der Wahl das passende Design zu wählen. Diese Rückwände werden in der Regel im Aquarium eingebracht und dort mit Aquariumsilikon verklebt. Dabei ist zu erwähnen, das diese Art der Rückwand den Schwimmraum im Aquarium ehrheblich einschränken kann. Je nach Modell können dies schon 10cm oder mehr sein. Daher solltest du genau überlegen, ob es im Sinne der Tiere ist auf diesen Schwimmraum zu verzichten! Ein nicht unerheblicher Nachteil dieser Rückwände ist der Preis. Sicherlich gibt es auch günstige Varianten. Doch wie so oft im Leben ist das was gefällt auch die teuere Variante. Daher komme ich nun zu einer günstigeren Lösung.

Aquariumrückwand selber bauen

Die wohl günstigste Lösung für eine Aquariumrückwand ist es, selber eine Rückwand zu bauen – wenn man einmal von der Folie absieht. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Styropor oder Styrodor ist eine der Möglichkeiten. Hierfür ist es von Vorteil ein wenig Handwerklich begabt zu sein und auch die entsprechenden Vorraussetzungen zu haben. Angefangen von einem Raum wo entsprechend gearbeitet werden kann, bis hin zum benötigten Werkzeug. Natürlich sollte auch die Zeit nicht vergessen werden, die benötigt wird eine solche Rückwand herzustellen. Dem ganzen gegenüber steht hier aber der Spaß und das Gefühl etwas wirklich ansprechendes für das Aquarium auch selber gebaut zu haben. In einem zusätzlichen Beitrag werde ich demnächst darauf eingehen, wie ich für ein weiteres Aquarium eine solche Rückwand selber gebaut habe.

Wie es weitergeht….

Soweit erst einmal zu den bisherigen Themen. Weiter geht es mit Teil 2. Dort werde ich über das Einlaufen des Beckens, Besatz und weitere wichtige Themen berichten. Ich hoffe ich konnte die Faszination auch bei dir wecken und würde mich freuen, wenn du einen Kommentar schreiben würdest.

1 Gedanke zu “Tanganjika Aquarium einrichten – Teil 1

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